Curious Implantation.
Eine Raumplastik aus Kunststoff-Kabelbindern von Nicole Knauer
Ausstellungseröffnung: 14. Juni 2006, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15. Juni– 28. Juli 2006
Katalogpräsentation: 22. Juni 2006, 20.00 Uhr mit Dr. Thomas
Macho

Fotos: Sonja Meller, Beate Rathmayr
>curious implantation< ist ein Projekt der Künstlerin
Nicole Knauer.
Das Projekt ist eine raumübergreifende Installation, mit von ihr
auf persönliche Art und Weise zweckentfremdeten Kunststoff-Kabelbindern
als Hybride Kreation.
In ihrer Dimensionalität erweitert durch Kostüme, Video, Fotografien
und Transformation durch Interaktion.
Das Transluzente, Fliehende, aber auch das Vergängliche der von ihr
bevorzugten Materialien und Formen in dieser Arbeit ist interpretierbar
als Metapher für den Grenzbereich zwischen Realität und Absurdität.
Ihre Motivation ist die Zweckentfremdung der Kunststoff-Abfallprodukte.
Aus handgesteckten weißen Kunststoff-Kabelbindern gestaltet die
Künstlerin eine 50qm Raumplastik und Kostüme die zu utopischen
Gebilden und hybriden Kreationen mutieren.
>curious implantation<, eine hybride Kreation zwischen
Natur und Technik.
Amorph in ihrer Erscheinung, teils durch Menschen und teils durch Technik
bewegt.
Eine kuriose Rauminstallation ähnlich einem Science Fiction Szenenbild.
Beim Betreten der Ausstellungsräumlichkeit findet der Rezipient zunächst
ein monströses Gebilde vor.
Die Räumlichkeit und die Skulptur sind ganz in weiß gehalten
und fließen visuell ineinander.
Die organisch wirkende Oberfläche stellt sich bei genauerer Betrachtung
als filigran strukturierte Kunststoffoberfläche heraus. Dicht verwobene
weiße Nylon-Kabelbinder überziehen die gesamte Fläche
der Raumplastik.
Nähert sich der Rezipient der Raumplastik so entwickelt diese ein
Eigenleben indem sie sich zu bewegen beginnt.
Sie verwandelt sich von einer surrealen Kunstlandschaft zu einer scheinbar
seltsamen und atmenden Kreatur.
Das Erscheinungsbild der implantierten Kabelbinderoberfläche löst
ein haptisches Bedürfnis beim Betrachter aus.
Auf den ersten Blick wirkt die weiße Raumplastik weich und flauschig
wie bei einem Fell oder einer Wiese. Bei Berührung der Oberfläche
erfährt der Rezipient jedoch eine Irritation durch die borstige Widerstandskraft
des Materials.
Die indirekte Beleuchtung erhöht die Weichheit der Raumplastik in
ihrer visuellen Erscheinung und unterstreicht dadurch die Kontrastwirkung
des Materials in seiner haptischen Wahrnehmung.
Ähnlich verhält es sich mit den Kostümen.
Sie wirken leicht und flauschig, die Kabelbinder erinnern an Federn oder
weiche Bänder.
In der Bewegung rascheln sie wie mehrlagiger Taft.
Angezogen sind sie jedoch schwer, die Kabelbinder kratzen und stechen.
Legt man die Kostüme ab, kommt ihre innere Kreatur zum Vorschein:
Die abgestreifte Haut eines Fabelwesens, die Barten eines Wals, Tintenfische,
Muscheln, Korallen, Zecken, oder gänzlich fremdartige Geschöpfe.
Künstlerbiografie:
Nicole Knauer:
geb.1967 in Überlingen/Deutschland. Wohnort: München/Deutschland
und Linz/Österreich.
Schwerpunkt:
Kunst im öffentlicher Raum, Kunst am Bau, Video/Fotografie, Konzeptkunst,
Installation, künstlerische Intervention, Malerei und Grafik
Stipendien + Förderungen:
2002-2003 Bundesministerium für Bildung-Wissenschaft-Kultur Wien.
2003 Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung
Linz, Förderstipendium.
2004 Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Abteilung Wissenschaft
und Kultur.
2005-2006 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung Linz, Förderstipendium.
Ausbildung:
1997-1999 Studium München/Deutschland, Grafik&Kommunikationsdesign.
1999-2006 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung, Linz/Österreich, Ursula Hübner.
2002-2003 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung, Linz/Österreich, Joep van Lieshout (NL).
Publikationen:
Erlauf erinnert sich - Hedwig Saxenhuber (HG.), Revolver Archiv für
aktuelle Kunst.
ISBN 3-036919-98-4
Krems.Stadt im Aufbruch 2003 - nextroom Architekturführer. ISBN 3-901664-11-4
Malerei & Grafik an der Kunstuniversität Linz - Sonderzahl. ISBN
3-85499242-1
Ausstellungen/Projekte, Auswahl:
2006 >curious implantation< Part II. KunstRaum Goethestrasse Linz/Österreich.
2006 „Das transitive Straßenmobiliar“ Geladener Wettbewerb
für Kunst am Bau -Dienstleistungszentrum Eidenberg/Österreich.
2005 >curious implantation< Part I. Hospitality / Tokyo 05 Best
off 05, KunstRaum Goethestrasse Linz/Österreich.
2005 Projektreise Japan Teil I. >curious implantation< Performance,
Yokohama International Triennale of Contemporary Art.
2004 „System Paranoia“ Grafiken auf Antilauschtapete. Einzelausstellung,
Galerie 5020, Salzburg/Österreich.
2004 Teutopia, Ortstermine 04. Zusammenarbeit mit Atelier van Lieshout
(NL). Projektleitung Teutopia und Kurration des Begleitprogramms. Kunst
im öffentlichen Raum, temporäre Installation.Olympiaberg München/Deutschland.
2004 em_transito, Video-Installation: 70 min. delay, Goetheinstitut Lissabon+Galerie
Monumental, Lissabon/Portugal.
2003 „gegenüber“, Videoreihe: Claire Angelini (F), Nicole
Knauer (D), Paola Salerno (I), Phuong van La (VN), Jan Ralske (D). Westend
03, München/Deutschland.
2003 leonart 03. >timeframes project<, Kunst im öffentlichen
Raum: Nicole Knauer (D), Hansjörg Weidinger (A), Markus Jeschaunig
(A), Erik van Wesel (NL). Linz/Leonding/Österreich.
2003 120 Tage Kunst im Bunker, www.kunst-bunker.de. „Hospiz01-dubrovnik“
und „violently happy“ -Videoinstallation. München/Deutschland.
2002/2003 Video Walhalla Tirol. Zusammenarbeit mit Joep van Lieshout (NL),
Peter Fattinger (A) und Hubert Lobnig (A). Ausstellungsraum Büchsenhausen,
Künstlerhaus Büchsenhausen-Labor, Innsbruck/Österreich.
2002 Hitler im Himmelreich. Künstlerische Intervention im öffentlichen
Raum, Bühnenbild www.subcultan.de-Station 2, München/Deutschland.
2002 unplug. “plug-in-mobil”-Intervention: Nicole Knauer,
Peer Quednau, Robert Hoffmann. ARS Electronica, Linz/Österreich.
2002 Urban Life, Public relations 02. „lux_car“, Performance
und Installation. workshop mit Joep van Lieshout (NL) und Claude Closky
(F). Casino Luxembourg -contemporary museum of art, Luxembourg/Luxembourg.
2002 Dokumentationsreise Balkan Teil II. Pristina/Kosovo. CESTA, Tabor/Czech
Republic.
2002 Kunstmaile Krems/Campus Krems. Geladener Wettbewerb für Kunst
am Bau, www.nextroom.at/architekturkrems/ Krems/Österreich.
2001 a zapft is... Kunstintervention zum 11.09.01 von Nicole Knauer und
Barbara Weigel zur Open Art-Open Eyes 01. Münchner/Deutschland.
2001 G8-urban@orbi. „pesto a la genovese“ von Nicole Knauer
und Barbara Weigel. Multimedia-Performance mit Internet-Livestream, i-camp,
neues Theater München/Deutschland.
2001 Musikfestival 4020. “ein Tag davor...” Performance mit
Nicole Knauer und Alina Kunitsyna (BY). Linz/Österreich.
2001 Das Ende der Gemütlichkeit. Installation: „Propaganda”
und „Zebrastreifen“. Installation: „Reisebüro-moderne
Kolonialisierung”, mit Nicole Knauer, Alina Kunitsyna (BY) und Nick
Oberthaler (A). Festival der Regionen, Freistadt/Österreich.
2001 Dokumentationsreise: Balkan Teil I. „Die USTASCHA Renaissance“,
Kroatien.
2001 Kunst am Bau. ”Logobeschleunigung”-Wandmalerei in der
Empfangshalle von BMW, Steyr/Österreich.
2000/2001 Zeit wenden_Zeit wenden. Museum für zeitgenössische
Darstellung von Geschwindigkeit - www.mzdg.at - Kunst am Bau, Parkgarage
Zollerngasse, ORF Kunststücke, Wien/Österreich.
Projekt #17 - www.unrest.at - Künstlerische Intervention von Nicole
Knauer und Slatko Sajic. ORF Kunststücke, Wien/Österreich.
2000 Erlauf erinnert sich. Gruppenausstellung mit: Adrian Piper (USA),
Pia Lanzinger (D), Milica Tomic (YU), Clemens Stecher (A), Ines Doujak
(A), Nicole Knauer (D) - Kuratorin: Hedwig Saxenhuber. Kunst im öffentlichen
Raum, Erlauf/Österreich.
2000 Kunst am Bau. “Intuition im Raum”-Wandmalerei, künstlerische
Gestaltung der Tiefgarage des ARCOTELS, Linz/Österreich.
>curious implantation< is a project by artist Nicole Knauer.
It is an installation that transgresses space representing a hybrid creation
made of synthetic cable ties that the artist has combined in an unconventional
and quite personal way.
Its dimensions are extended through costumes, videos, photographies and
transformation through interaction.
The translucent, ephemeral but also transient characteristics of the artist's
favorite materials and shapes that are represented in this installation
can be regarded as a metaphor for the sphere between reality and absurdity.
The artist's aim is to use synthetic waste products other than originally
intended.
White synthetic cable ties have been combined manually to create a 50
qm sculpture as well as costumes that mutate into utopian formations and
hybrid creations.
>curious implantation< represents a hybrid creation between
nature and technology.
Its appearance is amorph, partly moved by human beings and partly by technology.
It is an odd installation resembling a scene of a science fiction movie.
When entering the gallery space the viewer finds a monstrous creation.
The space and the sculpture are white thus visually blending into each
other.
The surface that appears organic at first sight turns out to be filigran-structured
and synthetic when looking closer. Tightly woven white nylon cable ties
cover the whole surface of the sculpture.
When the viewer gets closer the sculpture starts moving getting alive.
The installation changes from a surreal artistic landscape to a strange
creature that breathes.
The appearance of the cable-ties-implanted surface creates a desire to
touch it.
At first sight the white sculpture seems to be soft like fur or a meadow.
However when touching the surface the viewer experiences an irritation
through the bristly resistance of the material.
The indirect lighting makes the sculptue even softer looking and therefore
emphasizes the contrast to the touching experience.
This is similar with the costumes.
They appear light and soft, the cable ties resemble feathers or soft ribbons.
When being moved they rustle like multi-layerd taffeta.
However they are heavy when being worn, the cable ties scratch and sting.
When undressing their inner creatures come to light:
The cast off skin of a fable creature, the baleen of a whale, cuttlefish,
mussels, corals, ticks or totally unknown creatures.
Biography:
Nicole Knauer:
Born 1967 in Überlingen/Germany. Lives in Munich/Germany and Linz/Austria.
Artistic emphasis:
Public art, art-in-architecture, video/photography, concept art, installation,
artistic interventions, paintings and drawings.
Scholarships + grants:
2002-2003 Bundesministerium für Bildung-Wissenschaft-Kultur Vienna.
2003 Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung
Linz, fellowship.
2004 Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Abteilung Wissenschaft
und Kultur.
2005-2006 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung Linz, fellowship.
Education:
1997-1999 Studies of graphic and communications design, Munich/Germany.
1999-2006 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung, Linz/Austria, Ursula Hübner.
2002-2003 Universität für künstlerische und industrielle
Gestaltung, Linz/Austria, Joep van Lieshout (NL).
Publications:
Erlauf erinnert sich - Hedwig Saxenhuber (HG.), Revolver Archiv für
aktuelle Kunst.
ISBN 3-036919-98-4
Krems.Stadt im Aufbruch 2003 - nextroom Architekturführer. ISBN 3-901664-11-4
Malerei & Grafik an der Kunstuniversität Linz - Sonderzahl. ISBN
3-85499242-1
Exhibitions/projects (excerpt):
2006 >curious implantation< Part II. Kunstraum Goethestrasse Linz/Austria.
2006 „Das transitive Straßenmobiliar“ Invitation to
an art-in-architecture competition -Dienstleistungszentrum Eidenberg/Austria.
2005 >curious implantation< Part I. Hospitality / Tokyo 05 Best
off 05, Kunstraum Goethestrasse Linz/Austria.
2005 Project journey Japan Part I. >curious implantation< Performance,
Yokohama International Triennale of Contemporary Art.
2004 „System Paranoia“ Drawings on anti-interceptive wallpaper.
Solo exhibit, Galerie 5020, Salzburg/Austria.
2004 Teutopia, Ortstermine 04. In cooperation with Atelier van Lieshout
(NL). Project management Teutopia and curating of the program. Public
art, temporary installation. Olympiaberg Munich/Germany.
2004 em_trnsito, Video-Installation: 70 min. delay, Goetheinstitut Lisbon+Galerie
Monumental, Lisbon/Portugal.
2003 „gegenüber“, Videoscreening: Claire Angelini (F),
Nicole Knauer (D), Paola Salerno (I), Phuong van La (VN), Jan Ralske (D).
Westend 03, Munich/Germany.
2003 leonart 03. >timeframes project<, Public art: Nicole Knauer
(D), Hansjörg Weidinger (A), Markus Jeschaunig (A), Erik van Wesel
(NL). Linz/Leonding/Austria.
2003 120 days art in the bunker, www.kunst-bunker.de. „Hospiz01-dubrovnik“
und „violently happy“ – Video-installation. Munich/Germany.
2002/2003 Video Walhalla Tirol. In cooperation with Joep van Lieshout
(NL), Peter Fattinger (A) and Hubert Lobnig (A). Art Space Büchsenhausen,
Künstlerhaus Büchsenhausen-Labor, Innsbruck/Austria.
2002 Hitler im Himmelreich. Artistic intervention in public space, Bühnenbild
www.subcultan.de-Station 2, Munich/Germany.
2002 unplug. “plug-in-mobil”-Intervention: Nicole Knauer,
Peer Quednau, Robert Hoffmann. ARS Electronica, Linz/Austria.
2002 Urban Life, Public relations 02. „lux_car“, Performance
and installation. workshop with Joep van Lieshout (NL) and Claude Closky
(F). Casino Luxembourg -contemporary museum of art, Luxembourg/Luxembourg.
2002 Documentary journey Balkan Part II. Pristina/Kosovo. CESTA, Tabor/Czech
Republic.
2002 Kunstmaile Krems/Campus Krems. Invitation to an art-in-architecture
competition, www.nextroom.at/architekturkrems/ Krems/Austria.
2001 a zapft is... Artistic intervention with regards to 11.09.01 by Nicole
Knauer and Barbara Weigel for Open Art-Open Eyes 01. Munich/Germany.
2001 G8-urban@orbi. „pesto a la genovese“ by Nicole Knauer
and Barbara Weigel. Multimedia-performance with Internet-livestream, i-camp,
neues Theater Munich/Germany.
2001 Musikfestival 4020. “ein Tag davor...” Performance by
Nicole Knauer and Alina Kunitsyna (BY). Linz/Austria.
2001 Das Ende der Gemütlichkeit. Installation: „Propaganda”
and „Zebrastreifen“. Installation: „Reisebüro-moderne
Kolonialisierung”, by Nicole Knauer, Alina Kunitsyna (BY) and Nick
Oberthaler (A). Festival of Regions, Freistadt/Austria.
2001 Documentary journey: Balkan Part I. „Die USTASCHA Renaissance“,
Croatia.
2001 Art-in-architecture. ”Logobeschleunigung” – Wall
drawing at the lobby of BMW, Steyr/Austria.
2000/2001 Zeit wenden_Zeit wenden. Museum für zeitgenössische
Darstellung von Geschwindigkeit - www.mzdg.at - art-in-architecture, parking
lot Zollerngasse, ORF Kunststücke, Vienna/Austria.
Projekt #17 - www.unrest.at - artistic intervention by Nicole Knauer and
Slatko Sajic. ORF Kunststücke, Vienna/Austria.
2000 Erlauf erinnert sich. Group exhibition with: Adrian Piper (USA),
Pia Lanzinger (D), Milica Tomic (YU), Clemens Stecher (A), Ines Doujak
(A), Nicole Knauer (D) - curator: Hedwig Saxenhuber. Public art, Erlauf/Austria.
2000 Art-in-architecture. “Intuition im Raum”- Wall drawing,
art design for the parking lot of ARCOTELS, Linz/Austria.



Fotos: Edward Beierle