::: 21. Mai 2005 :::
“Bitte Öffnen - Glückskekse, die keine sind”
Installation von Sonja Meller

Im Rahmen von SOHO in Ottakring und in Kooperation mit KunstRaum Goethestrasse
Linz
Kuratiert von Susanne Blaimschein
Fischerecke, Grundsteingasse 12 / Hofgebäude, 1. Stock
Eröffnung: 21. Mai 2005, 17.00 Uhr
Infos: 0732 601896 oder 0699 88476694
Zum Thema Antirassismus / Allianzenbildung haben sich in mir viele Fragen
gebildet, auf die ich keine oder keine einfachen Antworten finden kann.
Ich habe einmal gelesen, daß Antworten schließen, Fragen hingegen
öffnen. In diesem Sinne möchte ich meine Fragen an die BesucherInnen
weitergeben.
“Bitte Öffnen – Glückskekse, die keine sind”
ist eine Installation, die aus hunderten von sogenannten Glückskeksen
besteht. Diese beinhalten jedoch keine weisen Sprüche oder Zukunftsdeutungen,
sondern Fragen. Während der Öffnungszeiten kann sich jede BesucherIn
ein oder mehrere Glückskekse nehmen und sich beim Genuß des
Kekses auf eine Frage einlassen. Die Fragen sind auch in andere Sprachen
übersetzt (Türkisch, Serbokroatisch und Englisch), um sie einem
breiteren Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig besteht dadurch
die Möglichkeit, die Übersetzung der Frage in anderen Sprachen
zu lesen beziehungsweise zu lernen und Sprachvergleiche anzustellen. Wurden
alle Kekse gegessen, hat sich der materielle Aspekt der Arbeit zwar verflüchtigt,
aber gleichsam ins Gedankliche ausgedehnt.
Glückskekse werden als etwas typisch Chinesiches verstanden, sie
wurden jedoch – so wie wir sie heute kennen - vor fast 100 Jahren
von einem in Kalifornien lebenden Japaner erfunden. In diesem Kontext
können sie dazu dienen, den Mythos kultureller Stereotype beziehungsweise
einer “reinen” Kultur zu hinterfragen. In der künstlerischen
Arbeit verschiebt sich die Bedeutung der Glückskekse nochmals auf
eine andere Ebene, da anstatt der erwarteten weisen Sprüche Fragen
aufgeworfen werden.