MAL x_ 4 Positionen zu Malerei
 
mit:
Thomas Rhube, Florian Schramm, Eva Kadlec und Uwe Bardach.
kuratiert von Georg Ritter
Eine Ausstellung der Reihe "Zu Gast im KunstRaum Goethestrasse xtd
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 28.1.2009 19.30h
Dauer der Ausstellung: 29.1. - 18.2.2009

Mal x hat mehrere Lesarten, es kann als Aufforderung verstanden werden, mal mal oder mal ein x. X kann aber auch für die unbekannte Größe stehen oder den Faktor, den es zu vervielfältigen gilt. Wenn also Farbe, Malfarbe, mit dem Pinsel oder was auch immer aufgetragen wird, so ist dieser Vorgang einer der Wiederholung, des Aneinanderfügens von Pinselstrichen, kreuz und quer, hin und her, drunter und drüber, oder fliesend ineinander, die ganze Farbpalette rauf und runter. Es ist der Faktor Malfarbe, der die Variable bildet, und der Mutliplikator im Bildfindungsprozess ist. Was kann Malfarbe heute in der Bilderflut noch leisten? Wie ist es um die tieferen Schichten des Bewusstsein bestellt? Wie können die Bilder von der Tiefe an die Oberfläche treiben, aufgeladen mit all den eingeschriebenen Informationen, welche Erlebniswelten eröffnen sich durch das eigene Tun und Schaffen, das sich durch Farbe materialisiert? Dem Prozess, wie sich Inneres, Äußeres und Zukünftiges überlagern, wird bei mal x auf die Spur gegangen. Der Mix in der zweiten Staffel zeichnet sich durch zwei Ansätze aus, den des Reduzierens, dass heißt, mitunter es lieber nicht zu tun, aber wenn doch,dann nur minimal, wie bei Schramms malerischer Ableitung russischer Matrioschkas, oder bei Thomas Rhubes Schriftbildern, oder den der Überhöhung durch weiße Farbe und weiße Erscheinungen, wie bei Eva Kadlec und Uwe Bardach.


Florian Schramm
Kaffeekränzchen bei Dr. Borisov

Ein wirres Universum, welches Räume beschreibt, die es vielleicht gibt, oder besser, die es geben könnte; eine Reise hinaus weit weg aus diesen Räumen, hin zu Orten die sich teilweise nur mehr als fiktiv beschreiben lassen, so könnte man, Florian Schramms großformatige „indoor – outdoor“ Arbeiten aus der Serie „Kaffeekränzchen bei Dr. Borisov“ beschreiben. Versatzstücke wie Raketen, Ballone oder auch Pflanzen, die durch Bildebenen wachsen, brechen den Wahrnehmungshorizont auf, und weisen den Weg zum zweiten Teil der Bildserie. Hier sehen wir Arbeiten, die uns an die puppenhaften Erscheinungen russischer Matrioschkas denken lassen, und die sich inhaltlich wie malerisch schlüssig zu einem Gesamtkonzept mit den restlichen Arbeiten zusammenfügen.

Thomas Rhube
Schriftbilder

Die Schriftbilder brauchen keine große Erläuterung, denn der Betrachter wird direkt angesprochen. Darauf stehen Namen von Städten die jeder kennt. Paris , New York, Berlin. Sie alle verbindet eine pulsierende Kultur und ein individueller Charme.
Die auf rein formale Eigenschaften reduzierten Bilder bieten Raum für vielschichtige Assoziationen. Das Verhältnis zwischen Schrift und Bild geht eine symbiotische Beziehung mit dem Betrachter ein.
Die subjektiven Bilder, die mit dem Wort verbunden werden, gehören nur dem Betrachter, weil sie aus seinen Erinnerungen und Vorstellungen generiert werden. Der objekthafte Charakter der Tafeln ist eine Art von größtmöglichem Nenner unzähliger Kleinigkeiten.


Uwe Bardach
Mentale Landschaften

Mein Interesse gilt nicht dem unmittelbaren Abbild einer Situation sondern der Verfremdung dieser, um somit eine weitestgehende Distanz zum real Erlebten zu bekommen. Ausgangspunkt meiner Malerei sind Fundstücke wie Fotografien, Bücher, Comics, Filme oder andere der populären Medien entnommene Darstellungen.
Durch mehrmaliges Kopieren, Übermalen und dem natürlichen Alterungsprozess der Vorlage, entsteht die Möglichkeit den Zufall zu lenken als auch zu zulassen. Die Verschiebung bzw. die aus dem Kontext gerissenen Motive neu geordnet, erzeugen eine Umwandlung in das Absurde bzw. Ungewöhnliche. Durch neue Konstellationen werden neue Zusammenhänge geschaffen. Dabei kann es passieren, dass Personen bzw. Gegenstände aufeinander stossen, die im ersten Moment ein Gefühl des „nicht richtig seins“ auslösen. Es kommt zu bizarren Verschmelzungen. Zu träumerisch verstörenden Bildern. Beinahe kommt man in Versuchung, die Vor- und Rückspieltaste, die zur Klärung der Situation einiges beitragen würde, zu suchen. Einen großen Raum nimmt auch die Spiegelung bzw. das Potenzieren einer Spiegelung ein. Durch das Verdoppeln ergibt sich eine andere Ordnung des Sichtbaren, eine Realitätsverschiebung. Gerade bei Landschaftsdarstellungen entsteht durch das wiederholte Spiegeln eine Atmosphäre, die auf die Mystik der Natur zurückzuführen ist. Es entwickeln sich destabilisierte Orte, Zwischenräume die sich fragmentarisch aufzulösen scheinen. Nachbilder, Blendungen, Gegenlichtaufnahmen mit all ihren Irritationen (Fleckenbildung,etc...) werden in das Bildgeschehen aufgenommen. Es werden dadurch eigene Wahrnehmungsmuster als Gestaltungselemente in das Bild impliziert. Ein weiteres Thema ist die Farbe Weiss. Weiss als Farbe der Erleuchtung, als das Auflösen ins Nichts, als Farbe oder Nicht-Farbe. Als Frage des Löschens oder Entzündens.

Text: Georg Ritter

 
Druckansicht Druckansicht
MAL x_ 4 Positionen zu Malerei

AkteurInnen

Eva Kadlec, Thomas Rhube, Florian Schramm
 

Termine

 

Downloads

doc Presseinformation
 

Bildgalerie

  • Thomas Rube Thomas Rube
  • Thomas Rube Thomas Rube