Mittwoch, 20. November 2002, 19:30
Kunst Raum Goethestrasse (22), Linz


Vortrag / Diskussion
"Cultural Worker - eine Annäherung"

mit: Reni Hofmüller (Die ESC, mur.at - Graz), Gerald Raunig (eipcp.net - Wien)
Moderation: Eva Kosa (Mode2Research-NPO Austria - Linz)


Der bürgerliche Mythos, das Kultur an sich etwas Gutes ist, muss im Rahmen der Diskussion um eine Begriffsbestimmung für obsolet erklärt werden.
Die Frage nach der kulturellen Identität der Kultur selbst muss gestellt werden. In der AktivistInnen- und AkademikerInnen-Bibel "Empire" steht zwar nichts über Kultur oder gar über Kulturarbeit, in Bezug auf die wichtigsten Aspekte und Auswirkungen der aktuellen postfordistischen Umwälzungen lässt sich der Bestseller von Antonio Negri und Michael Hardt aber auch gut mit der Brille der Menschen im kulturellen Feld lesen.
Gerald Raunig verwendet als fachspezifische Grundlage dafür die Überlegungen, die er in seinem Buch "Charon.Eine Ästhetik der Grenzüberschreitung" vor drei Jahren vorgelegt hat und unterzieht diese einer wenig euphorischen Relektüre.
Reni Hofmüller geht in ihrem Beitrag der Frage nach, inwieweit ein Arbeitsbegriff, wie der des cultural workers, eine
Wahlmöglichkeit zwischen choice and opportunities bietet.


Reni Hofmüller, GRAZ
19.6.1966
Geburtsort: Solbad Hall/Tirol
Ausbildung: Studium Linguistik, Spanisch, Musikwissenschaft, Geschichte, Biologie (kein Abschluß);
Gesangsausbildung, Seminare zu Improvisierter Musik, Workshops zu Computer, digitale Klangbearbeitung,Internet, Linux
Künstlerin, Musikerin, Komponistin, Organisatorin, Kuratorin
Projekte in den Bereichen: Konzert, Performance, Video, Photo, Installationen, Internet, Computer allgemein;
Organisationstätigkeit im Kunstbereich (Eva & Co., Die ESC), Freies Radio (Radio Helsinki),
Zugangsmöglichkeiten für Kunstschaffende zum Internet (mur.at), Initiierung der mailing-liste 42

Ausgewählte Arbeiten:

2001
Europizer

Arbeit
Der Automatische Gerüchtegenerator
http://plagi.at/geruecht/
zusammen mit Jogi Hofmüller
Der Automatische DJ
zusammen mit Friedrich Tietjen


2000
November 2000
Somniarium
mit KünstlerInnengruppe 42
Ljubljana

4.11. 2000: Live ReMix mit Hamburg

heute-hoy-today
Klangperformance zur Vergänglichkeit
im Rahmen von Oir es Ver, organisiert von Rhizom

2000
party.mur.at Internet-Roman: Ausgangstext: Werner Schandor, Konzeption und Betreuung des Internet-Teiles: Reni und Jogi Hofmüller
Konzeption: Birgit Pölzl, Minoriten

2000
Schleife
RFC 1 als Textbasis für Soundperformance

Mai 2000
gründung von institut hofos
gemeinsam mit jogi hofmüller

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Eva Kosa, LINZ
(geb. 1962) in Linz

1983 - 87: Arbeit als Konzeptionistin und Texterin, 1988 - 95: Studium an der Kunstuniversität Linz, Experimentelle Visuelle Gestaltung

Mitglied der BMWV-Arbeitsgruppe zur Reform der Hochschulen künstlerischer Richtung 1997/98: Gründung von Mode2Research - NPO Austria: Kultur- und Bildungsforschung mit Fokus künstlerische Hochschulen

Seit 1999: Assistentin am Institut für Kunst und Gestaltung, Abteilung raum & designstrategien

Studien, Publikationen und Forschungsprojekte, u.a.: "Cultural Reproducers? Zur Bildungssituation von Künstlerinnen" - Beitrag zur Studie "Frauen-Kultur/Frauen Bausteine und Beispiele zur weiblichen Teilnahme am Kulturbetrieb

Modelle künstlerischer Bildungswege im universitären Kontext - Vergleichsstudie zu künstlerischen Studien in Europa. Higher Arts Education: The Cultural Process and the World of Work. (EU-Konferenz in Salzburg, 1998)

office@mode2research.ac.at, http://www.mode2research.ac.at
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Gerald Raunig

Philosoph, Kunst-Theoretiker, lebt in Wien, Lehraufträge am Institut für Philosophie, Universität Klagenfurt/A und an der Universität Lüneburg/D, Co Direktor von eipcp (European Institute for Progressive Cultural Policies), Wien; Redakteur der Kulturrisse
Buchveröffentlichungen: Charon. Eine Ästhetik der Grenzüberschreitung, Wien: Passagen 1999; (ed.) sektor3/kultur. Widerstand, Kulturarbeit, Zivilgesellschaft, Wien: IG Kultur Österreich 2000; Wien Feber Null. Eine Ästhetik des Widerstands, Wien: Turia + Kant 2000



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