« Female Takeover - ff »

Kunst Raum Goethestraße in Kooperation mit Fakultaet,
Frauen aus Kultur und ähnlichen Tätigkeiten

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im Rahmen der Ars Electronica 2001, Sa 1. - Do 5. September
Ort: T.O.C. - Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 8



Snapshot Exhibition: 1.- 6.Sept.2001, T.O.C.Kunstuni Linz, Hauptplatz 8,1.St.


Sauerkraut

Cornelia Sollfrank
'processing Cyberfeminism' , old boys network; Video, 16 min, 1999
Präsentation des OBN - old boys netwörk, der ersten internationalen cyberfeministischen Allianz , die 1997 in Berlin gegründet wurde.

Cornelia Sollfrank (Hamburg/Berlin/Celle) ist eine Künstlerin, deren zentrale Anliegen das sich wandelnde Künstlerbild im Informationszeitalter, neue Formen der Kunstvermittlung, geschlechtsspezifischer Umgang mit neuen Technologien und Kommunikation und Networking als Kunst sind.
OBN - Old Boys Network, dessen Gründungsmitglieder Cornelia Sollfrank(D), Susanne Ackers(D), Ellen Nonnenmacher (D), Vali Djordjevic (YU), Josephine Starrs und Julianne Pierce (Australien) sind und seit dem Bestehen sich sowohl in der personellen Besetzung als auch in der Organisationsstruktur regelmäßig verändert, ist Gegenstand der Präsentation. Die erste internationale cyberfeministische Allianz - OBN - betreibt unter dem Motto 'Cyberfeminismus appropriieren, erfinden und verbreiten' einen kritischen Diskurs zu neuen Medien mit besonderem Augenmerk auf geschlechtsspezifische Ansätze. OBN erschafft reale und virtuelle Orte, an denen Cyberfeministinnen forschen, experimentieren, kommunizieren und agieren können. Diese Plattformen verschaffen diversen und interdisziplinären cyberfeministischen Ansätzen eine kontextualisierte Präsenz.
Eine der Grundregeln von OBN besteht darin, dass jedes Mitglied sich als Frau bezeichnen muss (unabhängig von der biologischen Grundlage dieser Lebensform). im Hinblick auf den Inhalt -- den Ausformungen des Cyberfeminismus -- wird eine 'Politik des Dissenz' betrieben.


Cue P.Doll / USA

CueJack
Cue P. Doll ist Netzkünstlerin (lebt und arbeitet in Los Angeles and San Diego). In der von ihr programmierten Software Application CueJack (ursprünglich hieß er CueHack) bezieht sie sich auf jenes in den USA produzierte, und das Konsumieren erleichternde, Produkt CueCat. *CueCat* ist ein katzenförmiger Strichcode-Scanner, der gratis an amerikanische Geschäfte und die Abonnenten diverser Zeitschriften auf der ganzen Welt verteilt wurde. Die Konsumenten schließen *CueCat* an den Computer an, scannen die Strichcodes von Produkten ein und werden dadurch unmittelbar auf Webpages umgeleitet, auf denen die eingescannten Produkte beworben werden. Cue P. Doll fand die blasierte, im Konzept von *CueCat* implizierte Prämisse von Konsum als Freizeitbeschäftigung und das geschlossene System, über das *CueCat* die Konsumenten unter dem Deckmantel der Interaktivität mit spezifischer, von den Unternehmen diktierter Information füttert, frustrierend und schuf CueJack, eine Software, die statt der mitgelieferten Software mit dem *CueCat*-Scanner verwendet werden kann. CueJack untergräbt und parodiert das *CueCat*-Konzept, indem mit Hilfe der über *CueCat* eingescannten Produktdaten im Web Informationen über unternehmerisches Fehlverhalten der jeweiligen Herstellerfirmen aufgespürt werden. Im "Normal"-Modus überträgt *CueCat* bei jedem Scanning-Vorgang identifizierbare Seriennummern, sodass die Hersteller von *CueCat* Informationen darüber archivieren können, welche Produkte einzelne Konsumenten kaufen. Dagegen überträgt die CueJack-Software standardmäßig nach dem Zufallsprinzip getürkte Seriennummern, wobei interessierten Konsumenten die ungewöhnliche "Option" offensteht, ihre Daten dennoch dem Zugriff diverser Unternehmen zur Verfügung zu stellen. CueJack ist derzeit für Windows und Linux erhältlich und wird mit Genehmigung von RTMark vertrieben. Weitere Informationen über CueJack unter www.cuejack.com oder http://www.rtmark.com/cuejack.

........................CueCat is a cat-shaped barcode scanner distributed for free at stores in the US and to subscribers of certain magazines worldwide. Consumers plug CueCat into their computers and then scan product barcodes in order to be instantly whisked to advertising webpages for the products scanned. Digital artist Cue P. Doll was frustrated with the smug assumption of consumerism-as-leisure-activity evident in the concept of CueCat, as well as the closed system by which CueCat feeds the consumer specifically dictated corporate information under the guise of interactivity. So Cue P. created CueJack, software that works with the CueCat scanner in place of its packaged software. CueJack subverts and parodies the CueCat concept by allowing CueCat scans to dig up information on the web about corporate misbehavior by the products' manufacturers. In its "normal" state, CueCat transmits identifying serial numbers with each scan in order to allow the CueCat's manufacturers to archive information on what products individual consumers buy. In response CueJack software by default transmits randomly forged serial numbers instead - but allows any consumer who prefers to be tracked by corporations the unusual opportunity to "opt-in" to corporate tracking. CueJack is currently available for Windows and Linux and is distributed courtesy of RTMark. More information on CueJack is available at : http://www.cuejack.com or http://www.rtmark.com/cuejack .


Faith Wilding / USA

SubRosa
Faith Wilding arbeitet in und an der Gruppe SubRosa, die sich selbst als "reproduzierbare" cyberfeministische Zelle sieht - sowohl im Bereich der Kulturforschung aber auch im Produzieren. Das Netzwerk umfasst Frauen mit unterschiedlichen Erfahrungen, unterscheidlicher Disziplinen und Generationen. Fokussiert auf Biotechnologie, Reproduktionstechnologien, feministische Strategien Gender und Technologie in verschiedenen sozialen Kontexten, setzt SubRoso die neuen Medien und Technologien meist sehr taktisch um und ein. Das Interesse gilt der Kombination von High Tech, Low Tech und der Umleitung von Unterhaltungselektronik.
Die Wichtigkeit an der Arbeit im Kollektiv ist für Faith Wilding evident :
"Ein gewichtiger Faktor für das Kollektiv ist der verstärkte Wettbewerb und die wachsende Professionalisierung von Künstlerkarrieren an den Colleges und Universitäten, ausgelöst durch die angespannte Arbeitsmarktsituation und die Überproduktion von MFAs. Um unsere professionelle Position in den Institutionen zu rechtfertigen, sind wir dem Druck zur Produktion bzw. Ausstellung "eigener" Arbeiten ausgesetzt. Selbst wenn das Kollektiv noch so erfolgreich ist, ist es nach wie vor schwierig, für Gemeinschaftsarbeiten institutionelle Anerkennung und Unterstützung zu ernten. Das Arbeiten mit elektronischen Medien und digitalen Technologien erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kenntnisse. Die Herausforderung besteht immer mehr darin, unsere aktivistisch-kritischen Arbeiten in einem erweiterten gesellschaftlichen Feld und an anderen Schauplätzen - in Kliniken, Schulen, Messen, öffentlichen Räumen, etc. - zu produzieren und sie darüber zu vertreiben. Für subRosa heißt das, mit vielen verschiedenen Einzelpersonen, Gruppen und Netzwerken - GesundheitsarbeiterInnen, WissenschafterInnen, ÖkologInnen, TheoretikerInnen, DiplomlandwirtInnen, usw. - zusammenzuarbeiten."
Homepage: http://www.art.cfa.cmu.edu/wilding
Sub Rosa : http://www.cyberfeminism.net
SmartMom: http://www.andrew.cmu.edu/user/fwild/



Nine Budde

Im Versagen Schön Sein , Video-Installation, 2001
Wie lässt sich Kommunikation im Informationszeitalter emotionalisieren? Die bisweilen vorhandenen Medien und Sprachen sind unzureichend. Humorvoll und spielerisch konstruiert Nine Budde ihre Antwort: ein Minne-Karaoke in einer begehbaren Minneburg, denn "im Informationszeitalter geht es nicht nur um Kommunikationstechniken zur Information, sondern um Emotionale Kommunikation mit Hilfe von Technik".



Snegurutschka
Der Tagesablauf einer Junggesellin , Video, 16 min., 2001
Frauenfilm, der einiges klarstellt.
- dass eine Einraumwohnung weniger m² hat
- dass zum Frühstücken das Kauen unerläßlich ist (mit oder ohne Zeitungslektüre)
- dass Frau noch vor dem Blumengießen die Betten hereinnimmt und
- dass zum Einschlafen die Augen besser geschlossen werden...



Panel 1 Diskussion :
Mi 5. Sept. 2001, 15.30 - 17.30, T.O.C. Kunstuni Linz, Hauptplatz 8, 1.St.
Panel 2 Diskussion :
Mi 5. Sept. 2001, 18.30 - 20.30, T.O.C. Kunstuni Linz, Hauptplatz 8, 1.St.

Wird durch die kuenstlerische Praxis von Frauen die bestehende Hegemonie herausgefordert ? Das Projekt "Female Takeover - ff" geht dieser Frage in Theorie und Praxis in Rahmen einer Snapshot Exhibition, KuenstlerInnen Praesentationen und einer Diskussion nach. Gegenuebergestellt werden Methoden feministischer Praxis von Pionierinnen der Netzkunst zu Strategien junger Kuenstlerinnen, die vermeintlich feministische Fragestellungen in generalisierbaren, offeneren und oft ironischen Formen diskutieren und bearbeiten.
Is the artistic practice of women challenged by the current hegemony? The "Female Takeover - ff" will question this topic in theory and practice with a snapshot exhibtion, artists presentations and a panel discussion. Techniques of feminist practice in net-art, like the decisive works of pioneers in the WWW, will be compared with strategies of young artists who are evolving a more general, quite open and often ironic way of discussing and dealing with supposed feminist questions.
Nine Budde/D, Cue P. Doll/USA, Flora-Fauna/DE/UK, Faith Wilding/USA, Kathy Rae Huffman/UK/USA, Snegurutschka/A, Cornelia Sollfrank/D

Panel 1
Women will present actual examples of their artistic work to discuss their «feminist» strategies, methods and artistic experience.
Nine Budde/D, Cornelia Sollfrank/D; Snegurutschka/A, Faith Wilding/USA

Panel 2
>>> How are visions and artistic strategies seen in the context of feminisitic discourse and feminist practice? Are the methods of young artists from generation f comparable with those from the 70`s, 80`s and 90`s ?
>>> Networks by and for women become the object of an artistic strategy because of the focus of those who are the driving forces behind them.
>>> So-called patchwork biographies are part of the strategies in the artistic field: adaptation of production methods and approaches to work from the worlds of business and social services as well as the mechanisms of a Fun Culture make for a smooth transition from production, services and the representation of social interconnections. Mixed realities and mixed media visualize themselves in everyday life just as they do in art, and vice versa.
>>> Which bold visions are considered or planned the moment? The present hegemony will be challenged! New strategies/concepts exist!

Faith Wilding
"What role can women (cyberfeminist) artists and producers of culture assume in the current situation of society as "an open field of action?"Feminist struggle, that has won some of us so much, is currently on the rise in many developing countries and needs our strongest solidarity and active support. A politically engaged and activist feminism is one of the best hopes for millions of women who are struggling for survival in every sense under the new conditions of the global market economy that enriches corporations at the expense of keeping the majority of the world's (anonymous) population in intense privation, the extent of which we can barely imagine.This situation of acute injustice contributes to my extreme skepticism of the Ars Electronica concept of "takeover," not least because of its unfortunate connotations of voracious corporate swallowings of individuals and smaller entities. What is it that we are supposed to be taking over? The art system? The information technology system? The advertising system? The market capital system? The medical system? "Female Takeover" can serve as a utopian motivation for new radical cyberfeminist work. Socio/political power relations in the electronic domains that so many women depend on for survival are still structured by ideologies of power and domination. As yet, women and other minoritarian groups have not been able to mount an effective visible resistance to, and critique of, these structures and ideologies. We are fighting to maintain and hold onto the limited territories that we've opened on the Internet and in technological domains. But so much remains to be done. A full-scale radical cyberfeminist challenge to cyber and technological domains has never been attempted. Becoming autonomous cyberfeminist agents means women must stop competing with other women, and with men, for power in the master's systems. Rather, using imagination, cunning, and wit, they must build strong, flexible, and decentralized networks of knowledgeable and skillful amateur and expert practitioners that by their actions put pressure on the authority of institutions governing everyday life. The women in this room-and untold millions of women worldwide who couldn't make it to this Festival--already have the tools to activate a new cyberfeminist wave of politicized feminism. Worldwide there are crucial issues affecting women that call for our attention, among them: the global bio-politics of food production and supply; excruciating poverty and inequality of resource distribution; exploitative labor conditions, economic enslavement, and traffic in human beings in the global market economy; high-tech, high-cost medical care; and eugenic technological reproduction. To be effective, cultural activists need to work with scientists, economists, sociologists, environmentalists, doctors, midwives, public health officials, software engineers and molecular biologists. Our challenge is to build effective politicized coalitions and networks that can help sustain cultural and political projects and actions.

Nine Budde
Beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit dem Verhaeltnis von Frau vor und hinter der Kamera - Reproduzierte oder Produzentin? Die Kamera mit einem Spiegel verwechseln? und die vollkommene Idiotie, "meine Kunst geschlechterspezifisch zu sehen...".

Cornelia Sollfrank
befragt in ihrem Beitrag das zeitgenoessische Kuenstlerbild. Wer gibt die Rollen vor und definiert in welchem Interesse, ob Sozialarbeiter oder Hacker die Kuenstler von heute oder morgen sind? Hinter der behaupteten Fluiditaet lassen sich durch wenige Fragen traditionelle Machstrukturen lokalisieren, deren Repräsentanten verständlicherweise kein Interesse daran haben, ihre verkrusteten Hierarchien zu verflüssigen. Das behauptete takeover dient einzig dazu, das Kunstsystem zu erneuern und frische Impulse und Ideen in die klassischen Vorstellungen von Kunstraum, Präsentation und Repräsentation zu zwängen.

Panelists:
Nine Budde/D, Leigh Haas/DE/UK, Cornelia Sollfrank/D; Snegurutschka/A, Faith Wilding/USA
Moderator:
Kathy Rae Huffman/UK/USA

B i o g r a p h i e n

Links :
www.xxero.net
www.aec.at/festival2001/
www.servus.at
www.transpublic.at
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